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Laktoseintoleranz – Symptome, Diagnose und Behandlung

04.04.2020 | Gesundheit | 0 Kommentare

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Geschätzte Lesedauer: 8 Minuten

Hast du auch immer mal wieder mit Verdauungsproblemen zu kämpfen? Und das obwohl du dich eigentlich sehr gesund und bewusst ernährst?

Dann kann es möglicherweise daran liegen, dass du die Laktose (den darin enthaltenen Milchzucker) nicht richtig verstoffwechseln kannst und somit beim Verzehr von Milch und Milchprodukten Probleme bekommst.

Damit bist du nicht allein! Immer mehr Menschen klagen über Bauchweh, Blähungen, Durchfall oder allgemeines Unwohlsein nach dem Verzehr von laktosehaltigen Produkten.

Aber auch weniger auffällige Symptome können auf eine Laktoseintoleranz hindeuten, nämlich Kopfschmerzen, Schwindel oder auch Energielosigkeit.

In unserem Artikel erfährst du, welche Ursachen die Laktose-Unverträglichkeit haben kann, wie du sie sicher erkennst und und wie du sie ganzheitlich behandeln kannst.

Was geschieht dabei im Körper?

Frau mit Laktoseintoleranz
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Bei Menschen, die laktoseintolerant sind treten meistens bereits kurz nach dem Genuss milchzuckerhaltiger Speisen oder Getränken (starke) Verdauungsbeschwerden auf: Blähungen, Durchfall, Bauch- und Magenkrämpfe.

Der Auslöser dafür ist die in Milchprodukten natürlich vorkommende Laktose, also der Milchzucker. Sie ist in nahezu jedem Milchprodukt in unterschiedlich hoher Konzentration enthalten.

Bei gesunden Menschen bilden die Zellen der Dünndarmschleimhaut ein Enzym – die Laktase – mit deren Hilfe der Milchzucker aufgespaltet und resorbiert werden kann. Der Milchzucker besteht aus Glukose und Galaktose.

Durch die Aufspaltung und Resorption kommt es daher zu keinerlei Beschwerden.

Bei Menschen mit Laktoseintoleranz bildet die Dünndarmschleimhaut keine oder nur sehr wenig Laktase und der Milchzucker kann so nicht (oder nur sehr schlecht) verdaut werden und gelangt direkt in den Dickdarm.

Laktoseintoleranz
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Milchprodukte

Dort kommt es zu Gärprozessen, Gase werden produziert, was zur Folge hat, dass der Bauch sich bläht und verkrampft.

Außerdem bindet Laktase Wasser, was wiederum zu Durchfällen führen kann.

Da solche Verdauungsbeschwerden jedoch verschiedentliche Ursachen haben können, bleibt eine Laktoseunverträglichkeit oft lange Zeit unbemerkt, da selbst Ärzte dahinter oft zunächst eine simple Darmverstimmung vermuten.

Die Folgen für die Betroffenen sind natürlich alles andere als angenehm, da es sich dadurch oft längere Zeit hinziehen kann, bis die Symptome erklärt werden können.

Zusammenfassung:

Durch ein fehlendes Enzym kann der Milchzucker nicht verarbeitet werden. Stattdessen entstehen Gase, welche zu Bauchschmerzen oder Durchfall führen können.

Woher kommt eine Laktoseintoleranz?

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Die Milchzuckerunverträglichkeit ist überraschenderweise eigentlich nur ein Problem unserer modernen westlichen Welt.

Denn – obwohl die meisten Menschen auf der Erde eine natürliche Laktoseintoleranz haben, im Sinne, dass sie im Erwachsenenalter keine Milch mehr konsumieren und daher auch nicht besonders gut vertragen – ist es keine Krankheit, sondern eine evolutionsbiologische Reaktion des Körpers.

Die Natur geht nämlich davon aus, dass Milch Säuglingsnahrung ist und der Mensch – sobald er Zähne hat – sich anders ernähren kann und nicht mehr auf Milch angewiesen ist.

Für Säuglinge ist die Milch natürlich eine sehr wichtige Nahrungsquelle, ebenso für Kinder.

Das ist auch der Grund, weshalb Kinder üblicherweise eine hervorragende Laktaseproduktion haben.

Junges Mädchen trinkt Milch
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Ab einem Alter von ca. 3 Jahren nimmt diese bei den meisten Menschen ab.

Dort hingegen, wo der Mensch schon seit vielen tausend Jahren Milchprodukte konsumiert passten sich die meisten Menschen genetisch an Verzehr von Milchprodukten an, weshalb diese auch im Erwachsenenalter genügend Laktase bilden können, um die Laktose zu verdauen.

Die Laktoseintoleranz, die wir heute in unseren Breitengraden kennen, ist also relativ normal und betrifft in etwa 15% der Bevölkerung.

Allerdings gibt es auch die angeborene Laktoseintoleranz. Diese betrifft Säuglinge, die sogar intolerant gegenüber der Milch der eigenen Mutter sind.

Dieser Zustand ist natürlich pathologisch und muss behandelt werden. Die betroffenen Babys erhalten Spezialnahrung ohne Laktose.

Zusammenfassung:

Da es aus der Sicht der Natur nicht mehr nötig ist, dass erwachsene Menschen sich von Milch ernähren, baut sich die Fähigkeit zur Verarbeitung des Milchzuckers häufig ab.

Warum und woher kommt die Laktoseintoleranz oft aus heiterem Himmel?

Traurige Frau
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Du hast vielleicht auch jahrelang Milchprodukte gegessen und das Joghurt hat dir bisher nie geschadet?

Im Gegenteil, es war immer eine feine leichte Mahlzeit, besonders im Sommer, bei der man sich hinterher richtig wohl fühlte! Doch oftmals wird plötzlich alles anders…

Woher kann eine Laktoseintoleranz so plötzlich kommen? Und warum? Wo man doch bislang Milchprodukte immer gut vertragen hat?

Da die Laktase von den Zellen der Dünndarmschleimhaut gebildet wird, ist für eine gute Milchzuckerverdauung auch ein gesunder Darm notwendig.

Sind die Zellen der Darmschleimhaut geschädigt, angegriffen oder entzündet, fahren sie die Laktaseproduktion herunter.

Dann kann eine Laktoseinterolanz entstehen.

Laktoseintoleranz
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Verschiedene frische Milchprodukte

Das heißt, dass im Laufe des Lebens verschiedene Ursachen zu einer (vorübergehenden) Laktoseintoleranz führen: Pilze im Darm, Stress, andere Intoleranzen oder Krankheiten, die direkt den Darm betreffen, wie z. B. Morbus Crohn, Zöliakie, Morbus Crohn oder Darminfektionen.

Auch lange Antibiotikaeinnahmen können den Darm beeinträchtigen, da sie auch die gesunde Darmflora beschädigen können.

Zusammenfassung:

Durch eine Schädigung der Zellen im Darm kann es zu einer (vorübergehenden) Laktoseintoleranz kommen. Zu den Ursachen zählen unter anderem: Pilze im Darm, Stress, andere Intoleranzen oder Krankheiten, die direkt den Darm betreffen, wie z. B. Morbus Crohn, Zöliakie, Morbus Crohn oder Darminfektionen.

Eine gute Nachricht: Laktoseintoleranz kann sich auch wieder zurückbilden

Glückliche Frau trinkt Milch
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Eine solche später erworbene Laktoseintoleranz kann sich wieder selbstständig zurückbilden.

Etwa, wenn der Darm sich nach der Erkrankung etc. wieder beginnt sich zu regenerieren. Dies gilt aber leider nicht für alle Betroffenen.

Bei vielen bleibt die Darmflora länger gestört und die Darmschleimhautzellen finden nicht in ihre gewohnten Aufgaben zurück.

Dann ist es wichtig, geeignete Maßnahmen gegen die Laktoseinterolanz zu ergreifen bzw. die Beschwerden zu bessern.

Darüber sprechen wir später, zunächst möchten wir euch erklären, wie ihr eine Laktoseintoleranz feststellen könnt.

Die Diagnoseverfahren

Die einfachste Methode zur Feststellung einer Laktoseintoleranz ist die Selbstbeobachtung, wozu auch kein Arzt erforderlich ist.

Nach der Selbstbeobachtung kann dann der eigene Verdacht vom Arzt durch den H2-Atemtest oder weitere Verfahren bestätigt werden.

Die Selbstbeobachtung

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Wenn du den Verdacht hast, dass du möglicherweise laktoseintolerant sein könntest, versuche eine Ernährungstagebuch zu führen und verzichte mindestens 2 Wochen auf alle laktosehaltigen Nahrungsmittel.

Notiere in deinem Tagebuch was genau du gegessen hast, wie du dich fühlst, ob du Beschwerden hast, ob sich Symptome verändern oder möglicherweise sogar ganz verschwinden.

So kannst du herausfinden, welche Nahrungsmittel du gut bzw. weniger gut verträgst und es liefert dir wertvolle Hinweise, auch auf möglicherweise andere Intoleranzen.

Solltest du feststellen, dass du nach einigen Wochen mit laktosefreier Ernährung beschwerdefrei bist, ist das Ergebnis recht eindeutig und du solltest milchzuckerhaltige Lebensmittel einige Zeit meiden und dich vielleicht nach einigen Monaten wieder langsam annähern.

Falls du trotzdem Sicherheit haben möchtest, kannst du mit deinen Aufzeichnungen auch deinen Arzt aufsuchen, um Gewissheit zu erlangen.

Der H2-Atemtest

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Da durch die fehlende Laktase die Laktose nicht verdaut werden kann, entstehen im Dickdarm Gase, unter anderem auch Wasserstoff.

Dieser gelangt nun über das Blut in die Lungen und wird ausgeatmet.

Anhand der Messung des Wasserstoffgehaltes in der Ausatemluft mittels eines Gerätes lässt sich also die Laktoseinterolanz bestimmen.

Weitere Möglichkeiten sind außerdem eine Messung des Blutzuckerspiegels nach Verabreichung einer Laktoselösung bzw. eine Dünndarmbiopsie.

Behandlungsmöglichkeiten

Darmsanierung

Damit der Darm wieder einwandfrei funktionieren kann, ist es sehr wichtig, die Darmzellen wieder fit zu machen und die Bakterienflora aufzubauen.

Dafür verwendet man ein Probiotikum. So wird außerdem das Immunsystem gestärkt und die Gesundheit verbessert.

Nahrungsergänzungsmittel

Auch die Einnahme von Flohsamen zur Pflege und Beruhigung der Schleimhaut, die außerdem den Stuhl festigen und von Bentonit zur Entgiftung werden zur Darmsanierung empfohlen.

Laktosefreie Ernährung

Laktoseintoleranz
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Salat – Ein Beispiel für laktosefreie Diät

Damit du schnellstmöglich beschwerdefrei werden und wieder mit Genuss essen kannst, ist es wichtig, deinen Darm zu entlasten.

Dabei ist es unabdingbar, sehr konsequent zu sein und zunächst auch auf laktosefreie Milchprodukte zu verzichten, da diese eventuell geringe Laktosemengen enthalten können.

Außerdem gilt es ab nun, Inhaltsangaben und Lebensmitteln genau zu studieren, da nicht nur klassische Milchprodukte Laktose enthalten, sondern auch viele andere Nahrungsmittel, beispielsweise Fertigprodukte, Süßigkeiten, Säfte, Eis, Dressings, Backwaren, usw.

Das Wichtigste und gleichzeitig einfachste ist aber zunächst, diejenigen Dinge zu meiden, die am meisten Laktose enthalten: Milch und alle daraus hergestellten Produkte.

Das gilt im Übrigen nicht nur für Kuhmilch, sondern auch für Schaf-, Ziegen-, Büffel-, Pferde- und alle weiteren Säugetiermilchen.

In weiterer Folge gilt es jedoch auch all das zu meiden, das Laktose beinhaltet.

Bei Nahrungsmitteln mit sogenannter „versteckter Laktose“ könnte sich das als nicht immer so einfach herausstellen, da Milchzucker sich auch in Lebensmitteln befindet, wo man ihn gar nicht vermutet, wie z.B. in Wurstwaren und vielen Fertiggerichten und auch Nahrungsergänzungsmittel und Medikamenten.

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Auch Medikamente können Laktose enthalten

Darin fungiert er nämlich als Bindemittel und Trägerstoff für Aromen und Wirkstoffe.

Du solltest in der Anfangsphase also wirklich genau hinschauen und Fertigprodukte generell meiden.

Wenn du die Anfangsphase überstanden hast und sich dein Darm wieder soweit erholt hat, kannst du wieder mit einer kleinen Laktosemenge beginnen, um herauszufinden, wieviel du tatsächlich verträgst und verdauen kannst.

Sollte dir jedoch auch nach der Laktosediät und einiger Karenzzeit bereits die geringste Menge an Laktose Beschwerden bereiten, ist es ratsam, noch weiter gänzlich darauf zu verzichten.

Es kann allerdings auch sein, dass du grundsätzlich zwar laktoseintolerant bist, dein Körper aber dennoch etwas Laktase bilden kann und du somit etwas Laktose gut vertragen kannst.

Wieviel das ist gilt es heraus zu finden – und das geht nur mit Probieren. Auch ist es hilfreich, mehrere kleine Laktosemengen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.

Dies belastet den Körper weniger und wird grundsätzlich gut vertragen.

Wenn auch du zu den Menschen gehörst, die ein wenig Laktose gut vertragen, kannst du in der Regel Butter oder Hartkäsesorten problemlos essen, da sie nur sehr geringe Laktosemengen enthalten.

Diese Produkte solltest du meiden:

Auf diese Nahrungsmittel solltest du, wenn du betroffen bist, verzichten:

  • Milch und alle daraus hergestellten Produkte wie Joghurt, Buttermilch, Sauerrahm, Creme fraiche, Sahne, Quark, Kaffeesahne, Hüttenkäse, Frischkäse, Weichkäse, usw. Kaffeesahne, Sahne, Kondensmilch etc.
  • Milchpulver, Sahnepulver, Molkepulver
  • Milchschokolade
  • Schüssler Salze (die Tabletten – mittlerweile gibt es sie auch ohne Laktose, z. B. als Tropfen)

Bei diesen Lebensmitteln solltest du die Zutatenliste genau studieren bzw. einen Fachmann um Rat fragen:

  • Fertiggerichte und Fertigprodukte
  • Brot, Back- und Konditorwaren
  • Süßwaren
  • Wurstwaren
  • Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente

Diese Produkte kannst du bedenkenlos essen:

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Frisches Obst und Gemüse kannst Du essen ohne zu zögern

Erlaubt ist bei Laktoseintoleranz alles, was nicht mit Milch zubereitet wird:

  • Gemüse
  • Obst
  • Fleisch
  • Fisch
  • Eier
  • Ghee (Butterschmalz) ist – im Gegensatz zu Butter – laktosefrei
  • Lang gereifte Käsesorten, wie z. B. Emmentaler, Parmesan, Gouda etc.
  • Milchersatz (Mandel-, Reis-, Dinkelmilch usw.)

Laktosefreie Milchprodukte enthalten weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100g Lebensmittel und sind nach der Anfangsphase grundsätzlich erlaubt.

Allerdings ist es zunächst wirklich hilfreich, den Darm ordentlich zu sanieren und ihm dafür auch einige Zeit zu geben.

Zusammenfassung:

Das Wichtigste: Lerne, welche verschiedenen Begriffe es für Laktose gibt und vermeide Produkte, die diese enthalten, weitestgehend.

Was also kannst du tun, um wieder beschwerdefrei zu leben?

  • Ernähre dich laktosefrei (oder auf jeden Fall laktosearm) und abwechslungsreich
  • Tausche tierische Milchprodukte gegen pflanzliche Milchersatzprodukte aus (Pflanzenmilchen, Hafersahne, Sojasahne, usw.)
  • Führe eine Darmsanierung durch und baue wieder eine gesunde Darmflora auf
  • Besorge Dir Laktasetabletten, die du beim Essen in Restaurant oder bei Einladungen, die das Meiden von Milchprodukten oftmals schwierig machen, einnehmen kannst. So kannst du künstlich Laktase zuführen und sie für dich verträglich machen.
    • Beachte: Dies sollte nicht zur Gewohnheit werden, da es durchaus Zeil sein sollte, deinen Darm langfristig zu entlasten und wieder gesund zu machen!

Viel Erfolg!

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Laura Stein

Laura Stein

Laura Stein ist Ernährungscoach und überzeugte Low-Carb-Eaterin. In ihren Artikeln gibt sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem gesunden Abnehmen mit Low-Carb, sowie der Steigerung der Lebensqualität bezieht.

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