Ernährung

1. Juli 2018

Ist Rapsöl gesund? Die 5 Gefahren von Rapsöl + 3 Alternativen

Wenn du dich bereits ein wenig mit gesunder Ernährung und Fitness beschäftigt hast, dann wirst du eventuell festgestellt haben, dass es durchaus Ernährungsexperten gibt, die in ihren Rezepten NIEMALS Rapsöl verwenden oder es auf die Liste der gesunden Nahrungsmittel setzen.

Im Internet loben einige Rapsöl sehr hoch, während andere Rapsöl wieder verteufeln.

Doch was ist der Grund dafür?

Erfahre hier die Wahrheit über Rapsöl.

Rapsöl: Ranziger als sein Ruf?

Rapsöl und Rapspflanze

Eines ist sicher: Die Meinungen zum Thema Rapsöl gehen weit auseinander.

Doch eines ist mir klar geworden: Es gibt bessere und gesündere Alternativen zu Rapsöl.(1) Auf einer Webseite hab ich Folgendes gelesen:

“Rapsöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren und weist zudem ein besonders günstiges Verhältnis zu Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren auf. Deswegen gilt Rapsöl als äußerst gesund.”

Auf einer anderen Webseite habe ich den Hinweis auf einen hohen Vitamin E-Gehalt gefunden und auf die Tatsache, dass in der schweizerischen Gesellschaft für Ernährung Rapsöl das einzige Pflanzenöl ist, das in der Lebensmittelpyramide aufgeführt ist.(2)

So nun kannst du dir theoretisch aussuchen, was du glauben möchtest! Aber praktisch nicht, denn Rapsöl ist (auch) schädlich!

Satteln wir also nicht das Pferd von hinten auf, sondern gehen der Sache von A bis Z auf den Grund und bringen Licht ins Dunkel.

Zusammenfassung:

Der Gesundheitsaspekt von Rapsöl ist sehr umstritten. Unter anderem enthält Rapsöl auch gute Inhaltsstoffe.

Rapsöl und seine Historie

Rapsöl auf Holztisch

Lange galt Rapsöl als gesund. Doch warum ist dies nun umstritten?

Im Grunde müsste jeder, der Rapsöl als besonderes Elixier für die Gesundheit anpreist, mit einer langen Nase wie Pinocchio herumlaufen.

Die Mainstream-Medien tischen dicke Lügen auf, zu denen sie von den Lebensmittelherstellern inspiriert werden, wenn sie den Verbrauchern weismachen, dass das BILLIGE RAPSÖL eine Gesundheitsquelle sei für ungesättigte Fettsäuren, ähnlich wie Olivenöl.

Werfen wir kurz einen Blick auf die Historie des Rapsöls, eben die Zeit, wo das Rapsöl ein gutes Maß am Bitterstoffen und ernährungsphysiologisch bedenkliche Erucasäure enthielt.

Zu dieser Zeit kam das Rapsöl keinesfalls als Speiseöl infrage, sondern diente als Grundstoff für die Seifenherstellung, Schmiermittel und als Lampenöl.

Erst mit der Züchtung von Erucasäurearmer Rapssorten (0,1 bis 1,5 %), bei denen es sich um den sogenannten 0-Raps oder gar 00-Raps handelte, wurde das möglich gemacht.

Auf den deutschen Äckern entwickelte sich seitdem der Raps zu einer dominierenden Ölpflanze. Denke nur an die gelb leuchtenden Felder, also die Rapsfelder für Biodiesel.

Noch hört sich alles super gesund an.

Doch Rapsöl ist auch reich an den einfach gesättigten Fettsäuren.(2) Damit sind wir auch schon beim eigentlichen Problem: Es ist nicht die Erucasäure, die fast weggezüchtet wurde, sondern es ist die Verarbeitung des Rapsöls und die Oxidation des mehrfach ungesättigten Bestandteils – das eben macht Rapsöl ungesund für den menschlichen Verzehr.

Rapsfeld

Rapsöl enthält wenig gesättigte Fettsäuren

In Rapsöl sind bis zu 65 % an einfach ungesättigten Fettsäuren enthalten und bis zu 35 % mehrfach ungesättigter Fettsäuren, aber nur eine geringe Menge an gesättigten Fetten.

Der Krux ist hier in der Verarbeitung und der Raffination des Öls zu finden, denn der mehrfach ungesättigte Bestandteil des Öls ist gegenüber Hitze, Licht und Druck äußerst instabil.

Dadurch wird wiederum die Menge der freien Radikale beim Verzehr von Rapsöl erhöht.

Der Casus knacksus von dem ganzen Verarbeiten und Raffinieren: Es kann zu Entzündungsprozessen im Körper kommen, möglicherweise sogar zu einer Gewichtszunahme, Herzerkrankungen und anderen degenerativen Krankheiten.

Anders extra nativ gepresstes Olivenöl.(3) Dieses wird kalt gepresst. Das heißt es kommen Hitze und Lösungsmittel nicht zum Einsatz, durch die bekannterweise die Extraktion unterstützt wird.

Zusammenfassung:

Die Verarbeitung des Rapsöls hat sich deutlich in eine ungesunde Richtung geändert. Als bessere Alternative gilt natives, gepresstes Olivenöl

Also ist Rapsöl ungesund?

Rapsfeld im Sonnenuntergang

Rapsöl – gesund oder ungesund?

Wie bereits erwähnt, Rapsöl wurde ursprünglich nur für technische Zwecke verwendet. Erst nach der Züchtung von Rapssorten, die weniger Bitterstoffe aufwiesen war es möglich, das Öl auch zu nutzen, um Speiseöle und -Fette herzustellen.

Es kann nicht abgestritten werden, dass Rapsöl ernährungsphysiologisch wertvoll ist, da es eben viele ungesättigte Fettsäuren enthält und kaum Cholesterin.(4)

Somit unterscheidet sich Rapsöl deutlich von den tierischen Fetten, wie bspw. Butter.

Denn in diesen sind zumeist sehr viele gesättigte Fettsäuren enthalten und diese sind auch weniger cholesterinarm.

Des Weiteren ist Rapsöl auch reich an Vitamin E und Karotinoiden. Beim Vitamin E handelt es sich um einen wichtigen Radikalfänger und dieser schützt die Zellen vor Schädigungen durch freie Radikale.

Die Karotinoide fungieren als Antioxidantien und sie fangen die freien Radikale ab.(5)

Dadurch werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt und der Alterungsprozess kann verlangsamt werden.(6)

Was denn nun? Gesund oder ungesund? Dass du nun verwirrt bist, kann ich gut verstehen.

Zusammenfassung:

Rapsöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren und kaum Cholesterin, was zunächst gesund ist. Weiterhin ist es reich an Vitamin E, Karotinoiden, welche die Zellen schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

Die 5 Gefahren: Die Nachteile von Rapsöl auf den Punkt gebracht

Rapsöl und Rapsblätter

Das, was die Werbung als Vorteil des Rapsöls anführt, ist in Wirklichkeit ein Nachteil:

1. Die ungesättigten und besonders mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind instabil und anfällig für Oxidation.(7)

Das Öl wird schnell ranzig, sofern es nicht schon aufgrund einer unsachmäßigen Lagerung (Licht, Wärme) im Supermarktregal passiert ist – dann kann es sogar noch im Körper oxidieren.

Tatsächlich ist das Omega-Fettsäurenverhältnis von Rapsöl recht ordentlich.

2. Um das Öl zu stabilisieren und hitzeunempfindlicher zu machen, wird es bei der Produktion oft gehärtet oder teilgehärtet – dabei können die gesundheitsgefährdenden Trans-Fettsäuren entstehen.(8)

3. Bei den Omega-3-Fettsäuren handelt es sich ausschließlich um die Form ALA (Alpha-Linolenic Acid). Diese kann von Menschen nur zu rund 5 % in die wertvollen Formen EPA und DHA umwandeln.(9)

Auch wenn das eventuell niemanden störte, so handelt es sich dabei doch um ungesättigte und somit instabile Fettsäuren.

4. Es wird oft bei der Produktion gehärtet oder teilgehärtet, um das Öl zu stabilisieren. Dabei können die gesundheitsgefährdenden Trans-Fettsäuren entstehen. Das giftige Hexan dient dabei als Lösungsmittel, um das Öl zu separieren.(10)

5. Das Rapsöl wird einer sehr starken Behandlung und Verarbeitung unterzogen, bis dass es zum Verbraucher gelangt.

Das Rapsöl heute so weit verbreitet und beliebt ist, ist der ungerechtfertigten Tierfett-Phobie von über 60 Jahren zuzusprechen.

Doch das war im letzten Jahrtausend und heute wissen wir mehr! Eben daher sollte die Wahl eher auf die nützlichen, naheliegenden Fette fallen.

Zusammenfassung:

• Anfälligkeit für Oxidation

• Gesundheitsgefährdende Trans-Fettsäuren können entstehen

• Die Omega-3-Fettsäuren stammen aus einer für den Körper schlecht verwertlichen Quelle

• Giftiges Hexan wird zum separieren des Öls verwendet

• Rapsöl ist stark verarbeitet

Fazit: Ist Rapsöl gesund?

Rapsfeld im Sommer

Ist Rapsöl gesund oder ungesund?

Um es einfach auszudrücken: Verwendest du Rapsöl, dann verwendest du kein Öl, das besondere gesundheitsförderliche Eigenschaften aufweist.

Auch das kaltgepresste Rapsöl enthält anscheinend keinerlei außergewöhnliche Gesundheitsrisiken birgt – wobei es viele instabile, leicht oxidierende Öle gibt.

Doch das industriell hergestellte Rapsöl, das den beschriebenen Herstellungsprozess durchläuft, birgt ein tatsächlich nennenswertes Gesundheitsrisiko durch die potenziell enthaltenen Trans-Fettsäuren und den mit größerer Wahrscheinlichkeit längst ranzigen Fettsäuren.

Um einem Gesundheitsrisiko vorzubeugen, solltest du dir diese 5 einfachen Tipps anschauen, mit denen du deine Gesundheit enorm steigern kannst.

Damit die natürliche Rapspflanze in ein genießbares Öl verwandelt werden kann, muss ein großer Aufwand erbracht werden, mit praktisch allen Produktionsstufen.

Und das alles für ein Öl, das wiederum keinen besonderen Geschmack bietet? Warum also Rapsöl verwenden, wenn es doch so viele schmackhafte Alternativen gibt?

Zusammenfassung:

Rapsöl bietet weder besonders guten Geschmack, noch besonders überzeugende gesundheitliche Eigenschaften. Es gibt deutlich bessere Alternativen, sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich.

Alternativen zu Rapsöl

Kokosöl und Kokusnuss auf Holztisch

Extra natives Olivenöl: Als gesundes Salatdressingöl oder zum Kochen bei niedrigen Temperaturen

Natives Kokosöl: Zum Kochen bei allen Temperaturen. Eine tolle Quelle für gesunde gesättigte Fettsäuren in Form von mittelkettigen Triglyceriden, wie Laurinsäure. Dies unterstützt das Immunsystem und fehlt zumeist in der westlichen Ernährung.

Macadamianuss Öl & Avocado Öl: Beide Öle weisen einen hohen Anteil an einfach gesättigten Fetten, wodurch sie stabiler gegen Hitze werden. Eine gesündere Alternative zu Rapsöl und anderen Pflanzenölen.

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Laura Stein - Verfasser/In

Laura Stein ist Ernährungscoach und überzeugte Low-Carb-Eaterin. In ihren Artikeln gibt sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem gesunden Abnehmen mit Low-Carb, sowie der Steigerung der Lebensqualität bezieht.

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