Gesundheit

1. Februar 2018

Autor:Laura Stein

Letzte änderung am März 24th, 2019 um 9:36

Wassereinlagerungen (Ödeme)

Was sind Wassereinlagerungen?

Wassereinlagerungen sind Ansammlungen von Flüssigkeit (Wasser, Lymphe) im Körpergewebe, die zu einer sichtbaren Schwellung des Gewebes führen. In der Medizin werden Wassereinlagerungen auch als Ödeme bezeichnet.

Der Begriff Ödem stammt aus dem Altgriechischen (“Oidema“) und bedeutet Schwellung oder Geschwulst.

Wasseransammlungen können im gesamten Körper oder nur in bestimmten Körperteilen auftreten. Ödeme entstehen am häufigsten in den Beinen und Füßen, die sich schwer und dick anfühlen.

Die Flüssigkeit tritt aus dem Gefäßsystem in das Gewebe über, was bis zu einem gewissen Maße normal ist. Ödeme können sich akut, wiederholend oder dauerhaft bilden. In der Regel sind die Schwellungen schmerzlos und weich.

Wenn man mit dem Finger in die Schwellung drückt, ist in der Haut eine Delle erkennbar. In seltenen Fällen können Wassereinlagerungen aber auch schmerzhaft, druckempfindlich und hart sein.

Welche Ursachen gibt es für Wassereinlagerungen?

Ursachen von Wassereinlagerungen

Ödeme können vielfältige Ursachen haben. Oft sind die Wassereinlagerungen harmlos und treten sogar bei gesunden Menschen auf.

Bei vielen Betroffenen verursachen Bewegungsmangel und einseitige Belastung wie langes Stehen oder Sitzen den Flüssigkeitsstau.

Info:

Durch fehlende körperliche Aktivität versackt das Blut in den Beinen und kann nicht zum Herzen gepumpt werden. Auch heiße Temperaturen, eine salzhaltige Ernährung und Hormonschwankungen können Ödeme begünstigen.

Bei einigen Frauen sammelt sich vor der Regelblutung vermehrt Wasser in Brüsten, Händen oder Gesicht an. Andere Frauen leiden während einer Schwangerschaft oder zu Beginn der Wechseljahre unter Wassereinlagerungen.

Wer zu wenig Eiweiß mit der Nahrung aufnimmt, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Ödeme. Dies ist jedoch nur bei bestimmten Diäten und Unterernährung wahrscheinlich.

Bestimmte Arzneimittel wie blutdrucksenkende Medikamente und Abführmittel können eine Ödembildung begünstigen.

Ab wann solltest du bei Wassereinlagerungen einen Arzt aufsuchen?

Behandlung durch den Arzt

Manchmal sind Ödeme ein Hinweis auf ernstzunehmende Erkrankungen wie beispielsweise Herzkrankheiten. Durch eine Herzmuskelschwäche kommt es typischerweise an den Unterschenkeln und Knöcheln zu Schwellungen.

Weitere Erkrankungen, die Wassereinlagerungen verursachen können, sind:

  • Nierenschwäche
  • Lebererkrankungen
  • Venenschwäche
  • Störungen des Lymphabflusses
  • Entzündungen
  • Allergien

Viele Ödeme sind harmlos und verschwinden nach einiger Zeit wieder. Insbesondere, wenn die Schwellungen nur klein und örtlich begrenzt sind, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Zusammenfassung:

Ist die Wasseransammlung jedoch größer und langanhaltend und darüber hinaus rötlich und schmerzhaft, solltest du zum Arzt gehen.Bei Ödemen im Bauchbereich, die mit einer Zunahme des Bauchumfanges oder des Körpergewichtes verbunden sind, ist ein Arztbesuch dringend ratsam.

Wenn du nachts häufiger Wasser lassen musst und andere Symptome wie Fieber und Atemnot hinzukommen, solltest du ebenfalls zum Arzt gehen.

Der Arzt kann ein Ödem schnell erkennen und gegebenenfalls verschiedene Untersuchungen veranlassen, um mögliche Erkrankungen zu finden. Nur wenn die Ursache bekannt ist, kann eine erfolgreiche Behandlung stattfinden.

Welche Folgen können unbehandelte Wassereinlagerungen haben?

Wassereinlagerungen

mögliche Komplikationen bei Ödemen

Frühzeitig behandelte Ödeme verursachen sie in der Regel keine Folgeschäden.

Hinweis:

Unbehandelte Wasseransammlungen können allerdings, je nach Ursache, zu Gewebezerstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen (bei selteneren Ödemen wie Lungenödem und Hirnödem) führen.

Dadurch, dass immer mehr Wasser und Eiweiße aus den Venen austreten, kann es zu chronischen Entzündungen des Bindegewebes kommen.

Im Gewebe bilden sich dann verstärkt Kollagenfasern, wodurch die Haut im Bereich des Ödems immer dicker und härter wird. Kleinste entzündete Gefäße können mit der Zeit vernarben, was oft mit Schmerzen verbunden ist.

Durch diese Komplikationen können die oberflächlichen Hautzellen irgendwann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, sodass sie absterben. Im Unterschenkel können sich letztlich Geschwüre bilden, deren Folge eine Ödemnekrose ist.

Wie kannst du Wassereinlagerungen behandeln?

Behandlung von Wassereinlagerungen

Behandlung von Wassereinlagerungen

Medizinische Behandlung

Info:

Bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung müssen Ödeme durch einen Arzt behandelt werden. Dieser hat verschiedene Therapiemöglichkeiten, die in der Regel aus einer physikalischen und/oder medikamentösen Behandlung bestehen.

Die physikalische Therapie beinhaltet beispielsweise Massage, Kühlung, Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainage. Letztere sorgt für einen verbesserten Abfluss der Lymphe.

Bei bestimmten Ödemen ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Dies ist unter anderem der Fall, wenn Herz- und Nierenerkrankungen vorliegen.

Selbstbehandlung und Präventionsmaßnahmen

regelmäßige Bewegung beugt Wassereinlagerungen vor

Bei harmlosen und örtlich begrenzten Wassereinlagerungen kannst du hilfreiche Maßnahmen zur Selbstbehandlung treffen.

Info:

Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen ist regelmäßige Bewegung.

Vor allem Ödeme in den Beinen können mit Sport und Stärkung der Wadenmuskulatur durch Joggen, Walken oder Radfahren vermindert werden.

Mit einer trainierten Wadenmuskulatur wird das Blut aus den Beinen besser zum Herzen gepumpt.

Sehr effektiv ist es auch, wenn du deine Beine öfters mal hochlegst. In der Nacht kannst du deine Beine auf einem speziellen Venenkissen lagern. Die Hochlagerung der Beine sorgt dafür, dass das Wasser besser abtransportiert wird.

Eine weitere einfache Maßnahme gegen Wassereinlagerungen sind Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen. Sie sind vielleicht nicht besonders attraktiv, aber unter einer Hose nicht sichtbar und dafür sehr wirkungsvoll.

Am besten ziehst du die Strümpfe morgens an, damit sich gar nicht erst Wasser in den Beinen stauen kann.

Weiterhin solltest du viel trinken, denn durch häufiges Wasserlassen scheidet der Körper Salze aus. Salze bewirken, dass Wasser im Gewebe eingelagert wird. Aus diesem Grunde ist eine salzarme Ernährung wichtig, die nur selten Fertiggerichte enthält.

Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen wie Wassertreten fördern die Durchblutung und kräftigen die Venen.

Alternative Behandlung

Mit alternativen Hausmitteln auf pflanzlicher Basis kannst du die Behandlung von Ödemen unterstützen.

Die wohl bekannteste ödemhemmende Heilpflanze ist die Rosskastanie, die als Tee oder Salbe angewendet wird.

Brennnesseltee wirkt harntreibend, entwässernd und entzündungshemmend. Den Tee gibt es fertig im Handel oder du bereitest ihn ganz einfach selbst zu, indem du frische oder getrocknete Brennnesselblätter mit kochendem Wasser übergießt und das Getränk zehn Minuten ziehen lässt.

Ein anderes gutes Hausmittel gegen Wasseransammlungen ist Löwenzahntee, der ebenfalls harntreibend und aufgrund seines hohen Kaliumgehaltes blutreinigend wirkt.

Weitere Heilpflanzen mit denen du Wassereinlagerungen reduzieren kannst sind Wacholder, Steinklee, Birke, Zinnkraut, Johannisbeere und Holunder.

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Laura Stein - Verfasser/In

Laura Stein ist Ernährungscoach und überzeugte Low-Carb-Eaterin. In ihren Artikeln gibt sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem gesunden Abnehmen mit Low-Carb, sowie der Steigerung der Lebensqualität bezieht.

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